Der Olivenöl-Betrug

Der stern enthüllt die schmierigen Geschäfte mit gepanschtem Öl.

 

 

 

 

 

Olivenöl Betrug
Wer es sich schmecken lassen will, kauft Olivenöl . Aus Italien "extra vergine" Doch statt Spitzenqualität steht im Supermarkt oft gepanschte Ware.

 

   

 

Hochgelobt 

Ein Höhepunkt für viele Olivenöl-Liebhaber sind die frischen Öle aus der Ernte vom Oktober 2017. Nach den schlechten Ernte von 2014 und 2016 war die Diesjährige, was die Qualität betrifft ausgezeichnet. Das frische ´17 Olivenöl steht am dem 26. November zum Verkauf zur Verfügung. Unsere hochwertigen Olivenöle  werden ausschließlich und aufwendig aus von Hand geernteten  Oliven hergestellt. Die Landgüter unserer Olivenölbauern von Paolo Beretta und Laura Frattini sind BIO zertifiziert.  Leccino, Frantoio, Pendolino und Sargano-Oliven  sind die Sorten aus denen dieses Öl besteht. Die Pendolino- und Sargano Oliven  sind authentisch für die Province Ascoli Piceno. Die Ernte erfolgt zwischen  Ende September bis Ende Oktober, wenn die Farbe der Oliven zwischen grün und oliv wechselt.  Täglich werden  zwischen 500 und 600 kg abgeerntet, die dann sofort innerhalb von 24 Stunden bei max. 27 Grad gepresst werden. Selbstverständlich können Sie unsere Öle vorm Kauf gerne probieren.

 

Das Olivenöl von Paolo Beretta FIORANO  erzielt regelmäßig bei   Blindverkostungen, wie z.B.  auf der  " BIO FACH" -Messe in Nürnberg erste Plätze. Sloow Food, Italien bewertete Paolos Öl als eines der Besten Italiens. Von über 1000 in 2016 verkosteten Öle war sein "ORGILLA" eines der besten 18! Die Öle von Laura Frattini schneiden seit Jahren bei dem olio AWARD vom FEINSCHMECKER immer mit Bestplatzierugen ab.

 

  

  

 

2. Januar 2012: ZDF berichtet über gepanschtes Olivenölaus Italien
Ein Großteil des als italienisch deklarierten Olivenöls ist vermutlich gepanschtes Billigöl. Tatsächlich stammt es aus anderen Ländern und wird falsch etikettiert auch nach Deutschland exportiert.

 

 

  

Andreas März,Redaktion Merum vom 31. Januar 2012

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"Ölskandal in Italien"?
In Wirklichkeit ist es schlimmer...


Skandale sind beliebter Pressestoff. Zweitrangig, ob echt oder vermeintlich.Tatsächlich hätte auch der aktuelle Olivenölskandal eigentlich nicht das Zeug zur Skandalmeldung, geht es doch nicht um ein aktuelles Vorkommnis als vielmehr um die Aufzählung langjähriger Missstände, die den Interessierten längstbekannt sind. Wirklich neu ist nur, dass sich die Behörden nun offensichtlich rühren und etwas unternehmen wollen.
Die Steilvorlage für die Skandalstürmer der deutschen Redaktionen kam von deritalienischen Tageszeitung La Repubblica, die am 23. Dezember 2011 einenArtikel veröffentlichte, der kritische Berichte von Produzentenorganisationen und eine Untersuchung verschiedener Behörden gegen mehrere Ölfirmen vermischte.
Dass sich die Ermittler offenbar endlich um das als Extra Vergine verramschte Billigöl kümmern wollen, ist die einzige aktuelle Meldung des Berichtes. Mehr als einen Zweizeiler gäbe diese sicher positive Meldung aber eigentlich nicht her. Da Olivenöl jedoch auch in Italien ein beliebtes Skandalthema ist, werden aus zwei Zeilen zwei Seiten gemacht. Aufgeblasen wird mit reichlich bekanntenTatsachen, die energisch wiedergekäut und in missverständlichen Zusammenhängenserviert werden.
Schlagzeilen wie diese: "80 Prozent des italienischen Olivenöls sollen gepanscht sein", "beim Großteil des als 'italienisch'verkauften Olivenöls im Supermarkt soll es sich in Wahrheit um Billigöl aus Drittländern handeln" oder "Laut La Repubblica wird ein Großteil des 'italienischen' Olivenöls aus dem Ausland importiert - meist ausSpanien, Griechenland, Marokko oder Tunesien", waren dann prompt auch in deutschsprachigen Publikationen zu lesen.

Tunesisches "Made in Italy
"
Die Fakten: Italien erzeugt nicht mal genügend Olivenöl (300 000 t), um denEigenbedarf (450 000 t) zu decken. Exportiert werden zusätzlich nochmals 350 000 Tonnen. Die in Italien ansässigen Ölfirmen haben somit einen Bedarf von 800 000 Tonnen Öl und müssen 500 000 Tonnen zusätzlich zum italienischen Öl aus demAusland einführen. Diese Zahlen sind öffentlich bekannt und allein kein Grundzur Aufregung.
Dass Italien der weltgrößte Olivenölhändler ist, ist ebenfalls kein Geheimnis. Deshalb sollte die Entdeckung, dass der größte Teil des unter italienischen Markennamen kommerzialisierten Olivenöls nicht aus Italien stammt, niemanden überraschen und eigentlich auch nicht als Stoff für Schlagzeilen taugen.
Es ist zwar irreführend und unmoralisch - aber nicht ungesetzlich -, dass diese zur Hauptsache nicht-italienischen Mischungen unter italienischen Markennamen und toskanisch oder ligurisch klingenden Bezeichnungen vertrieben werden:Luccese, Carapelli, Bertolli, Cantinelle, Dante, Sasso, Rubino, Villa La Badia,Bancetto, etc....
Das Gesetz (EU-Verordnung 182/2009) schreibt vor, dass die Herkunft eines Öls auf dem Etikett deklariert werden muss. Dies ein möglicher Text für einOlivenöl aus italienischen Oliven: "Prodotto ottenuto da olive coltivatein Italia". Stammt ein Öl aus anderen EU-Staaten, muss es so heißen:"Miscela di oli di oliva comunitari", kommt es aus Produktionsländernaußerhalb der EU: "Miscela di oli di oliva non comunitari", und falls es sich um eine Mischung aus europäischen und nichteuropäischen Ölen handelt:"Miscela di oli di oliva comunitari e non comunitari". Diese obligatorischen Texte sind stets kleingedruckt, aber für den aufmerksamen Konsumenten theoretisch lesbar.
Es ist nicht verboten, ein spanisches Öl unter der Marke Carapelli zu vertreiben,aber ist illegal, dieses Öl als "Made in Italy" auszugeben.Eigentlich wären die Ölvermarkter auf die Angabe einer falschen Herkunft überhaupt nicht angewiesen, denn kaum ein Verbraucher kommt über die Lektüre des in großen Lettern auf dem Etikett prangenden italienischen Namens und des ebenso prominenten Firmensitzes - Lucca, Firenze, etc. - hinaus. Das Kleingedruckte bleibt - wie beabsichtigt - in der Regel ungelesen.
Aus dem Repubblica-Artikel geht leider nicht hervor, welcher Vorwurf den betroffenenFirmen gemacht wird. Geht es darum, dass afrikanisch-spanische Mischungen mit italienischen Markennamen vertrieben werden oder dass die EU-Verordnung (dasKleingedruckte) missachtet wird? Der Unterschied ist grundsätzlicher Natur. Denn es geht um die Frage, ob es sich bloß um rücksichtsloses Marketing oder umstrafbaren Betrug handelt.

 



Weshalb gepanscht w
ird
Panschen heißt im Falle von Extra Vergine, eine Partie minderwertiger Qualität zu deodorieren - also den üblen Geruch zu entfernen. Oder statt ausschließlich extra natives Olivenöl zu verwenden, solches mit billigeren Pflanzenölen zuverschneiden. Oder Natives Olivenöl mit raffiniertem zu verschneiden.
Es ist bekannt, dass beim Olivenöl häufig gepanscht wird. Und vermutlich beschränken sich die Panschereien nicht auf hier und dort überführte lokaleÜbeltäter, sondern finden in großem Stile statt, auch bekannte Marken betreffend.
Wenn nun aber Olivenöle aus verschiedenen Ländern nach Italien geschifft und hier verschnitten werden, dann fällt das nicht unter Panschen, sondern ist legal. Illegal und üblich - aber immer noch keine Panscherei - ist es, ein stinkendes, natives Olivenöl als Extra Vergine zu bezeichnen. Das ist zwar Betrug, aber keine Fälschung. Zwischen Import, Verschnitt, Tiefpreisen und Panschen besteht somit - entgegen den Schlagzeilen der Medien - kein direkter Zusammenhang.
Gute Öle können theoretisch überall entstehen, auch in Marokko, Syrien oder der Türkei. Gepanscht werden müssen billige Olivenöle denn auch nicht, weil sie ausTunesien oder Spanien stammen, sondern weil sie in unzumutbarer Weise stinken. Wie das genauso auch bei italienischen Ölen vorkommt.
Da nun der Verbraucher nur das Beste für sich beansprucht, nämlich ExtraVergine, dafür aber nicht entsprechend bezahlen will, muss das billige Stinkeöl so behandelt werden, dass es als "Extra Vergine" sensorisch nicht allzu unangenehm auffällt. Und dieses Tun ist verboten. Denn behandeltesOlivenöl darf definitiv nicht als Extra Vergine in Verkauf gebracht werden.
Der Repubblica-Bericht köchelt ein bitteres Süppchen auf, das längst nichts Geheimnisvolles mehr hat. Schon vor Erscheinen des ersten Merum-Olivenöl-Dossiers im Jahr 2003 wurde in Merum-Berichten diese Situation beschrieben und beklagt. Der in Ligurien lebende, amerikanische Journalist und Buchautor ("Extra Virginity") Tom Müller beschrieb die kriminellen Aspekte der Ölwelt bis ins Detail vor vier Jahren nicht nur im New Yorker,sondern auch in der dritten Auflage des Merum Dossiers Olivenöl im Jahr 2007.

Den Skandal gibts doch!

Nicht die vermuteten Riesenprofite der Ölmultis sind es, nicht die Tatsache, dass unter italienischen Markennamen vorwiegend ausländische Öle vermarktet werden, sondern die völlige Missachtung der Gesetze seitens aller großen Ölvermarkter bezüglich der Kennzeichnung. Illegal ist es, diese Öle, wo immer sie herstammen mögen, als Extra Vergine zu deklarieren. Denn sie sind es nicht:
Ein den gesetzlichen Vorgaben entsprechendes Extra Vergine ist immer ein Meisterwerk handwerklichen Könnens unter optimalen agronomischen und technologischen Bedingungen, eine Maßarbeit mit modernsten Maschinen, mit denen pflückfrische Oliven verarbeitet werden.
In den Flaschen der großen Abfüller, seien es nun berühmte Marken oder  unbekannte, schwimmen aber keine Meisterwerke, sondern Öle, die den Olivenbauern und Kooperativen des Mittelmeers für ein Geld abgepresst werden,das diesen wirtschaftliche Entwicklung unmöglich macht. Qualität? Nein, vonQualität ist hier nicht die Rede, nur von Preis, Marge und Marketing.
Der wirkliche Skandal? Der besteht darin, dass dieser gigantische Etikettenschwindel die traditionellen Olivenhaine in den Hügeln des Mittelmeerraums nach und nach zerstört, indem die Bauern durch die tiefen Öl-und Olivenpreise vom Land vertrieben werden, und die Qualitätsöle der Unerschrockenen neben dem Billig-"Extra-Vergine" im Markt keine Chancen haben. Es ist bitter und verhängnisvoll, dass darüber in der Presse kein Wort verloren wird.